
Wir laden Sie herzlich zur 3. Internationalen Oder-Konferenz „Eine resiliente Oder: Wiederherstellung des Flussökosystems im Lichte der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur“ ein, die am 9. Juni 2026 von 9:00 bis 17:30 Uhr in Breslau an der Oder stattfindet. Bitte merken Sie sich diesen Termin in Ihren Kalendern vor. Das detaillierte Programm und das Anmeldeformular folgen in Kürze.
Die Umweltkatastrophe an der Oder im Jahr 2022, die zu einem massiven Fischsterben und einer schwerwiegenden Störung des Flussökosystems führte, wurde zu einem der ernsthaftesten Warnsignale hinsichtlich des Zustands der großen Flüsse in Mitteleuropa. Sie hat gezeigt, wie empfindlich die veränderten und geschwächten Flusssysteme sind und wie dringend Maßnahmen erforderlich sind, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Umweltbelastungen, dem Klimawandel und unvorhersehbaren ökologischen Ereignissen zu stärken.
Im Juni 2024 verabschiedete die Europäische Union die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (kurz WVO, engl. Nature Restoration Regulation – NRR), das die ersten rechtlich bindenden Ziele zur Wiederherstellung degradierter Ökosysteme in der Geschichte der EU einführt. Dies ist eine Reaktion auf den alarmierenden Zustand der europäischen Natur – derzeit befinden sich über 80 % der Lebensräume in einem schlechten Zustand, und die fortschreitende Degradation der Ökosysteme wirkt sich nicht nur auf die biologische Vielfalt, sondern auch auf die ökologische und wirtschaftliche Sicherheit aus. Die WVO führt rechtsverbindliche Ziele für die Renaturierung ein, darunter die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit von Flüssen, Feuchtgebieten und anderen wichtigen Ökosystemen, um diesen Trend umzukehren und die Widerstandsfähigkeit der Umwelt zu stärken.
In diesem Zusammenhang wird die Oder zu einem besonders wichtigen Beispiel für einen Fluss, bei dem die Umsetzung der Ziele der Verordnung – wie die Wiederherstellung natürlicher Prozesse, die Verbesserung der Wasserqualität oder die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt – von entscheidender Bedeutung sein kann, um ähnliche Krisen in Zukunft zu verhindern. Gleichzeitig bleibt für viele Institutionen, Kommunalverwaltungen und Flussnutzer:innen die Frage offen, was die Umsetzung der WVO in der Praxis bedeutet und welche konkreten Maßnahmen sie auf Ebene der Einzugsgebiete und Flüsse mit sich bringen kann. Die Diskussion über die Oder bietet daher eine gute Gelegenheit, dies genauer zu betrachten – um die Herausforderungen, Möglichkeiten und Richtungen der Veränderungen zu verstehen, die in den kommenden Jahren die Zukunft dieses Flusses prägen könnten.
Die Konferenz „Die resiliente Oder“ ist eine internationale polnisch-tschechisch-deutsche Veranstaltung zum Thema Oder, an der geladene Gäste aus Tschechien, Polen und Deutschland sowie Institutionen der Europäischen Union teilnehmen. Es handelt sich um die dritte Ausgabe der alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz. Das Treffen schafft Raum für den Informationsaustausch, die Debatte und die gemeinsame Planung von Maßnahmen für die Oder im grenzüberschreitenden Kontext.
Im Jahr 2026 konzentriert sich die Konferenz auf praktische Maßnahmen zur Wiederherstellung des ökologischen Potenzials des Odertals und des Oder-Einzugsgebiets sowie zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Ökosystems der Oder gegenüber dem Klimawandel (einschließlich Dürren und Hochwasser). Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Rolle frei-fließender Flüsse als Voraussetzung für die Wiederherstellung der natürlichen Umwelt und die Verbesserung der Sicherheit. Die Konferenz hat zudem zum Ziel, durch den Austausch bewährter Praktiken, die Identifizierung von Hindernissen sowie die Festlegung von Prioritäten und Richtungen für die internationale Zusammenarbeit zwischen Polen, Tschechien und Deutschland Brücken zwischen Wissenschaftlern, Fachleuten, Entscheidungsträgern und der Zivilgesellschaft zu schlagen.
Die Konferenz findet am 9. Juni 2026 von 9:30 bis 17:30 Uhr statt. Auf dem Programm stehen unter anderem:
Herausforderungen für das Ökosystem der Oder – aktueller Bericht des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) über den Zustand der Oder nach der Umweltkatastrophe.
Was sind frei-fließende Flüsse – warum sind sie wichtig für die Renaturierung in Europa und wann kann ein Fluss oder ein Flussabschnitt im Sinne der Wiederherstellungsverordnung als frei-fließend angesehen werden? Welche Maßnahmen – abgesehen von der Beseitigung von Barrieren – sind erforderlich, um dieses Ziel zu erreichen?
Arbeiten an den nationalen Plänen zur Wiederherstellungsverordnung in Polen, Deutschland und Tschechien und was dies für das Oder-Einzugsgebiet bedeutet – aktueller Stand der Arbeiten an den nationalen Plänen zur Wiederherstellungsverordnung, Perspektiven und Herausforderungen ihrer Umsetzung im Oder-Einzugsgebiet
Frei-fließende Flüsse in der europäischen Politik – Synergien zwischen der Wiederherstellungsverordnung und der Wasserrahmenrichtlinie sowie anderen EU-Instrumenten und Herausforderungen der internationalen Zusammenarbeit im Oder-Einzugsgebiet.
Beispiele für bewährte Praktiken, die für die Planung und Umsetzung der WVO-Ziele für Flüsse relevant sind – von der Planung bis zur Umsetzung vor Ort
Die Konferenz endet mit einer Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Expert:innen zu folgenden Fragen: Wie lässt sich das Recht in konkrete Renaturierungsmaßnahmen vor Ort umsetzen? Wie lassen sich die Mitwirkung und Akzeptanz der lokalen Bevölkerung für frei-fließende Flüsse im Kontext der Herausforderung der Wiederherstellung der Natur Europas fördern?
Zur Teilnahme eingeladen werden Vertreter:innen von Institutionen und Organisationen aus Tschechien, Polen und Deutschland, die sich mit Natur- und Umweltschutz, Wasserwirtschaft, Raumplanung und Anpassung an den Klimawandel befassen. An der Debatte werden voraussichtlich Expert:innen, Wasserverwalter:innen, Planer:innen, Kommunalpolitiker:innen, Forscher:innen, Wassernutzer:innen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Aktivisten teilnehmen.
Auf der Konferenz wird eine Simultanübersetzung in den Sprachen Polnisch, Tschechisch und Deutsch angeboten.
Die Konferenz wird organisiert von der Stiftung EkoRozwoju in Zusammenarbeit mit dem Verein Arnika aus Tschechien sowie dem BUND aus Deutschland und wird finanziell unterstützt durch das Projekt „Stärkung der internationalen Zusammenarbeit und der Bürgerbeteiligung beim Schutz der Oder“ (Strengthening of international cooperation and civil participation in protection of the Oder River), das aus Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMUKN) im Rahmen des Programms EURENI (European Environment Initiative) finanziert wird.