Schienengüterverkehr und naturnaher Tourismus

Die Alternative

Die Oder retten und nachhaltiges Wachstum fördern

Die Landschaft der Oder ist sehr vielseitig und zählt zu den faszinierendsten Regionen Mitteleuropas. Entlang dieses großen Flusses gibt es viele Schätze zu heben, die eine Alternative zum Ausbau einer industriellen Wasserstraße sind.

© Sascha Maier/Aktionsbündnis lebendige Oder
In bestehende Bahninfrastruktur investieren

Der Gütertransport über die Wasserstraße E30 wäre langsamer, teurer, umweltschädlicher und weniger zuverlässig als die elektrifizierte Bahn. Daher ergibt der Bau der Wasserstraße E30 keinen Sinn. Um den Wirtschaftsverkehr zu decken, sollten die Regierungen Deutschlands, Tschechiens und Polens stattdessen die Grenzübergänge modernisieren, Zugkapazitäten und -geschwindigkeit erhöhen und die Logistikinfrastruktur verbessern, um den grenzüberschreitenden Handel abzuwickeln. Ein Eisenbahnnetz entlang der Korridore von Donau, Oder und Elbe existiert bereits.

Stärkung der lokalen Wirtschaft durch naturnahen Tourismus

Die naturnahe und weitgehend frei-fließende Oder, die einzigartige Artenvielfalt und das reiche Kulturerbe bieten ein enormes Potenzial für den naturnahen Tourismus. Einzelne Anbieter gibt es schon. Es gilt diese zu vernetzen und weitere Angebote zu schaffen. Dabei kann auf Bestehendes wie die Fernradwege Szlak Odry und Oder-Neiße-Radweg, Vogelbeobachtungen und Kanu-Tourismus aufgebaut werden. Die direkt an der Oder liegende Kulturhauptstadt Wrocław ist ein Beispiel dafür, dass sich die Städte wieder dem Fluss und seinen Ufern zuwenden.

© Frauke Bennett/flusslandschaft reisen
Strukturen schaffen

Die Herausforderung ist nun, die nötigen Strukturen zu schaffen, damit die bestehenden und zukünftigen Anbieter eine gemeinsame Vision eines nachhaltigen Tourismus entwickeln und etablieren können. Dafür sind politische Rahmenbedingungen zur Planungssicherheit und Anschubförderungen dringend notwendig. Inspiration kann hierfür die touristische Erschließung des Loire-Tals in Frankreich bieten.

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Bild 1/3:
Der Oderweg – ein touristischer Radweg mit einer Gesamtlänge von 230 Kilometer
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Bild 2/3:
Zisterzienserkloster Lubiąż – renoviertes kulturelles Zentrum für die Oderregion
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Bild 3/3:
Aussichtspunkt Stary-Kostrzynek – touristische Infrastruktur im Landschaftsschutzpark Cedynia